zurück

Warum Sie das Vectorskope benutzen sollten

Bei Fernsehbildern sind stets bestimmte technische Parameter einzuhalten, damit eine einwandfreie und unverzerrte Wiedergabe garantiert ist. Zur Kontrolle der Normen und Anzeige bestimmter Bildeigenschaften kann man Vectorskop und Waveform benutzen. Außerdem lässt sich der Weißabgleich mit Hilfe des Vectorscops besser beurteilen.

Zur Erläuterung der Grundlagen eignet sich besonders ein Farbbalken, denn er schafft reproduzierbare Verhältnisse. Deshalb soll zunächst ein Farbbalken mit dem Vectorskop/Waveform (im Folgenden kurz V/W genannt) analysiert werden. 

 

Farbbalken Zugehörige Grauwerte
Farbbalken 75 x 75 x zugehörige Grauwerte

 

Messgeräteanzeigen
Anzeigen des Messgerätes für obigen Farbbalken

 

Neben dem Button für Titel befindet sich ein Dropdown Feld im Schnittfenster, welches den Farbbalken enthält. Benutzen Sie bitte den Farbbalken 75 x 75 x. Das V/W öffnet sich über diesen Button im Schnittfenster:

Aufruf für das Schnittfenster

Das V/W enthält links das Vectorscope und rechts das Waveform Messgerät. Betrachten wir zunächst das rechte Messgerät. Durch Klick auf den Button IRE bekommen Sie die oben gezeigte treppenförmige Kurve. Sie repräsentiert den Spannungsverlauf des zugehörigen schwarz/weiß Bildes. Stellen Sie sich statt des farbigen Balkens ein Graustufenbild vor. Man bezeichnet diese Graustufen auch als Helligkeits- oder Luminanzwerte. Jede einzelne Graustufe wird durch einen bestimmten Spannungspegel repräsentiert. Dabei hat weiß den höchsten und schwarz den niedrigsten Spannungspegel.

Die Skala des Waveform Messgerätes ist jedoch nicht in Volt, sondern in IRE geeicht. (IRE: Institute of Radio Engeneers)

Wie bei allen technischen Vorgängen gibt es auch beim Fernsehsignal technisch bedingte Grenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen. Ein Fernsehsignal, welches sich in den zulässigen Grenzen befindet wird auch als sendefähiges Signal bezeichnet. Werden diese Grenzen überschritten, so kann es zu erheblichen Bild- und Tonstörungen kommen. Diese äußern sich durch Kippen der senkrechten Linien einzelner Bildbereiche. Zu hohe Kontraste (z.B. zwischen schwarz und weiß an Kanten) können zu Tonstörungen (Intercarrier Brummen) führen.

Der sichere Bereich liegt zwischen 100 IRE für weiß und 0 IRE für schwarz. Außer bei stark überbelichteten Bildern wird dieser Bereich bei der Videoaufzeichnung i. Allg. nicht überschritten.

Anders sieht es bei Grafiken aus. Sie werden meist im RGB Farbraum angelegt. Das YUV Signal des Fernsehens stellt jedoch einen eigenen Farbraum dar, der nur eine Teilmenge der im RGB Farbraum vorhandenen Farben darstellen kann. Im Video verwendete Grafiken sollten also immer mit dem V/W auf PAL Verträglichkeit untersucht werden.

Man kann die RGB Werte des Fernsehbildes durch Fahren mit der Maus über das rechte oder linke Monitorfenster ermitteln. Das unten stehende Bild zeigt zum Beispiel die Farbwerte R=G=B=180 für die Stelle, an der die Maus im Monitorfenster steht.

 

Anzeige der RGB-Werte
Anzeige der RGB Werte mit Hilfe des Vectorscopes

Damit die verwendeten Farben den definierten Bereich nicht verlassen, sollten sich die RGB Werte immer zwischen den Zahlenwerten 16 und 235 befinden. R=G=B=235 ist natürlich kein reines weiß. Auf dem TV Monitor fällt das jedoch nicht ins Gewicht, denn das menschliche Auge ist kein Messgerät. Man kann zwar gut Farbdifferenzen erkennen, jedoch die Wahrnehmung eines Farbtons selbst ist stark subjektiv geprägt. Deshalb haben Sie auch bisher kein Problem damit gehabt, wenn Ihnen im Fernsehen eine eigentlich hellgraue Fläche als weiß verkauft wurde.

Was passiert, wenn man den zulässigen Farbbereich verlässt, wollen wir uns jetzt anschauen.

Erzeugen Sie in der Timeline eine schwarze Color Matte mit den Werten 0;0;0. Wenn wir die Werte mit dem Waveform messen, ergibt sich das folgende Bild:

 

Unzulässiges Luminanzsignal
Unzulässiges Luminanzsignal durch falsche Farbwahl

Der rote Pfeil zeigt auf die Kurve. Der zulässige IRE Wert von 0 IRE wird deutlich unterschritten (-7,31 IRE). Ein solches Bild würde die Wiedergabemöglichkeiten eines TV Gerätes überfordern, denn dieses Signal überdeckt das Zeilensynchronsignal.

Entdecken Sie solche Farbwerte in Ihrer Grafik, so müssen Sie deshalb die Grafik nicht ändern. Canopus Edius stellt Ihnen nämlich ein zuverlässiges Mittel zur Verfügung, welches die Luminanzwerte auf das zulässige Maß begrenzt.

Dazu öffnen Sie die Effekte Palette und wenden den Effekt Farbkorrektur auf die Color Matte an. Öffnen Sie die Effekteinstellungen und aktivieren Sie ausschließlich die Option sichere Farben. Es ergibt sich das folgende Bild:

 

Korrektur unzulässiger Farbwerte
Korrektur unzulässiger Farbwerte mit der Option sichere Farben

Wie man sehen kann, hat Canopus Edius den Farbwert 0;0;0 der Color Matte durch den Filter auf den zulässigen Wert von 16;16;16 reduziert.

Dieses Verfahren lässt sich auf alle „verdächtigen“ Grafiken und Videoclips anwenden. Allerdings werden nur die Luminanzwerte reduziert. Eine Reduzierung der Farbsättigung findet nicht statt.

zurück